Worum geht’s?

Morgens um vier Uhr klingelt die Polizei. Es bleibt nur wenig Zeit, um das Nötigste zu packen, dann werden Elvira und Egzon mit ihren Eltern zum Flughafen transportiert: Abschiebung in das „sichere Herkunftsland“ Kosovo, wo die Familie dann in der Nähe einer Müllkippe lebt.

Elvira ist sechzehn und spricht kein Wort albanisch. Ihr kleiner Bruder Egzon hängt an ihr wie eine Klette. Er ist stumm, seit er mit vier Jahren etwas Schreckliches erlebt hat. Keiner weiß, was das war. Damals herrschte Krieg, doch das ist lange her. Mit Elvira hat das nichts mehr zu tun.

Sie will nur nach Hause, zurück nach Deutschland, zurück zu Bruno. Verzweifelt liest sie immer wieder seine letzte SMS: „Ich hol dich da raus.“

Premiere am 6.3.2022 im Jungen Theater

Termine und Karten unter:
theaterregensburg.de

Die sind ja im Prinzip ohne rechtliche Grundlage hier. Ausgesetzte Abschiebung sozusagen. Ich stelle mir das nicht besonders schön vor.

Die Sachbearbeiterin

Inspiration

Faktencheck

Politischer Hintergrund

Zu dem politischen Hintergrund von „Deportation Cast“ gehören die Balkan-oder Jugoslawienkriege. Darunter verstand man eine Serie von Kriegen in den 1990er Jahren, die zu den blutigsten Auseinandersetzungen Europas seit Ende des Zweiten Weltkriegs zählen. Von diesem Krieg war auch Kosovo betroffen. Auch nach dem Krieg kam der Kosovo nicht zur Ruhe, immer wieder entstanden Konflikte zwischen Albanern und Serben. Im Kosovo lebende Minderheiten wie die Rom:nja waren bedroht, da die Albaner sie häufig der Kollaboration mit ihren Feinden, den Serben, bezichtigten. Viele Roma flohen vor Gewalttaten aus ihrer Heimat nach Deutschland, um dort Asyl zu suchen. Dann stufte Deutschland den Kosovo gemeinsam mit anderen Westbalkanstaaten als „sicheres Herkunftsland“ ein, um von dort Geflüchtete einfacher und rascher zurückschicken zu können. Für die Rom:nja ist die Lebenssituation im Kosovo bis heute sehr schlecht: Sie werden häufig diskriminiert und haben kaum Zugang zu Arbeit, Wohnraum oder medizinischer Versorgung. Dennoch wurden und werden sie aus Deutschland in den Kosovo abgeschoben.

Asyl als Menschenrecht

Artikel 14 der UN-Menschenrechts Erklärung: „Jeder Mensch hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.“

Fluchtursachen

Es gibt viele verschiedene Gründe, warum Menschen beschließen zu fliehen. Ob Krieg, Klimakatastrophen, Angst vor einem Regime, Zugehörigkeit einer „unterwünschten“ Gruppe (z.B. Rom:nja) oder Mangel an Zukunftsaussichten.

Asyl und Duldung in Deutschland

Menschen, die in ihrem Heimatland nicht sicher sind, weil z.B. Krieg herrscht, dürfen in Deutschland einen Asylantrag stellen, wird dieser genehmigt, dürfen sie hier leben und arbeiten, bis sich die Situation in ihrem Land verbessert hat.

Das Dubliner Übereinkommen regelt, welcher Staat für die Prüfung eines in der EU gestellten Asylantrages zuständig ist. Grundsätzlich hat der Staat den Asylantrag zu prüfen, in den der Asylbewerber zuerst eingereist ist.

Duldung heißt, dass die betroffenen Menschen grundsätzlich das Land verlassen müssen aber ihre Abschiebung aus Gründen pausiert ist. Die Dauer der Duldung wird von der zuständigen Ausländerbehörde festgelegt. Seit 2015 können „Langzeitgeduldete“ ein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland erhalten, wenn sie „nachhaltig integriert“ sind, das heißt, wenn sie schon länger in Deutschland leben und ihren Lebensunterhalt überwiegend selbst verdienen.

Quelle: https://www.lpb-bw.de/fluechtlingsproblematik#c51509

Abschiebungen

Eine Abschiebung ist eine staatliche Zwangsmaßnahme. Geflüchtete, die kein Asyl bekommen, müssen Deutschland nach einer bestimmten Frist wieder verlassen. Zunächst wird von der lokalen Ausländerbehörde geprüft, ob es Abschiebungshindernisse gibt. Ist dies nicht der Fall und die Geflüchteten reisen nicht freiwillig aus, wird ein Abschiebetermin festgesetzt, der den Betroffenen nicht mitgeteilt wird. Damit soll verhindert werden, dass die Betroffenen nicht zu dem Zeitpunkt bei Freunden sind oder sich verstecken. Die Polizei holt diese dann ab. Dabei kommt es oft zu Wiederstand, weshalb die Geflüchteten gegen ihren Willen mit dem Flugzeug in ihr Heimatland zurückgeflogen werden.

Links zum Weiterforschen

Video Beiträge

 

Text Beiträge

Du möchtest selbst mit anpacken?

Vielleicht hast auch Du Interesse und Lust bekommen, dich zu engagieren, hier findest du einige lokale Anlaufstellen:

Campus Asyl

www.campus-asyl.de

Der Regensburger Verein fördert eine gleichberechtigte Teilhabe für Menschen jeglicher Herkunft durch praktisches Handeln und politische Positionierung. Hierfür gibt es einige Gruppen, welche unter der Dachorganisation des Vereins verschiedene Angebote bereitstellen. Welche Gruppen dies sind, wie diese unterstützt werden können und wie der Kontakt zu den jeweiligen Gruppen aufgenommen werden kann, befindet sich auf der Homepage unter „Was wir tun“.

Space-Eye e.V.

www.space-eye.org/ukraine

Der gemeinnützige Regensburger Verein setzt sich schon seit Jahren dafür ein, die gefährlichen Fluchtrouten zu überwachen, um Menschen in Not zu helfen und aus Seenot zu retten. Im Rahmen der der kriegerischen Ereignisse in der Ukraine sammelt Space-Eye gezielt die wichtigsten Versorgungsgüter, welche die Geflüchteten benötigen. Des Weiteren kann der Verein auch durch Geldspenden unterstützt werden, sowie informiert werden, falls Platz ist, Menschen aus der Ukraine bei sich aufzunehmen.

See-Brücke

www.seebrücke.org

Die Lokalgruppe Regensburg gründete sich 2019, seitdem setzt sie sich dafür ein, dass sich die Stadt Regensburg nicht nur einen sicheren Hafen nennt, sondern auch in diesem Sinne handelt.

Facts

DEPORTATION CAST
von Björn Bicker (*1972)

Regie: Harald Fuhrmann
Bühne und Kostüme: Monika Frenz
Musik: Christian Kuzio
Dramaturgie: Kathrin Liebhäuser
Theatervermittlung: Lisa Hörmann

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